Zürcher Stadionabstimmungen
Leitung mehrerer Kampagnen und Komitees für ein Fussballstadion (2018 & 2020)
Nach jahrelanger Vorarbeit und hartgeführten Debatten im Parlament kam es im Winter 2018 zur dritten Volksabstimmung über den Bau eines Fussballstadions in Zürich. Die Vorlage war mit einem privat finanzierten Stadion, zwei Wohntürmen und einer Genossenschaftssiedlung der Inbegriff eines Kompromisses. Linke Parteien und bürgerliche Gruppen attackierten das Projekt dennoch mit allen Mitteln.
Die Stadionabstimmung 2018 gehört bis heute zu den aufsehenerregendsten und teuersten kommunalen Abstimmungskampagnen der Schweiz. Beidseits mit rekordhohen Budgets ausgestattet, kämpften die beiden Lager acht Monate lang um die Gunst der Stimmbevölkerung. Mit einem Mitarbeitenden führte ich die Komitees «Ja zum Stadion», «Höngg sagt Ja» und «Linke Flügel», sorgte für die notwendigen finanziellen Mittel, verantwortete die On- und Offline-Auftritte mehrerer Kampagnen, koordinierte den unermüdlichen Einsatz von 2'000 Freiwilligen, platzierte zahlreiche Medienartikel und trug zu einer rekordverdächtigen Mobilisierung und einer Mehrheit von 53.8 % bei. Trotz ablehnender Parolenfassungen von SP und Grüne wurde die Vorlage selbst in linken Hochburgen angenommen.
2020 folgte ein Referendum gegen den Gestaltungsplan und damit eine Wiederholung der vorherigen Abstimmung. Obwohl nur zwei Jahre vergangen, hatte sich die politische Ausgangslage mit dem Klima- und Frauenstreik stark verändert. Das Stadionprojekt wurde zusätzlich mit ökologischen und feministischen Argumenten bekämpft. Nebst den bereits bestehenden Komitees reagierte ich mit einer weiteren Aktionsgruppe aus über 100 Schülerinnen und Schülern, die dem opponierenden Klimastreik die Deutungshoheit streitig machte und unterstützte ein Frauenkomitee, das den breiten Support für ein Fussballstadion aufzeigte. Mit der zweithöchsten Stimmbeteiligung seit 47 Jahren mobilisierte unser Pro-Lager erneut stark und setzte sich letztlich mit 59.1 % durch.
Der Bau des Fussballstadions wird bis heute mit Rekursen blockiert. Zwischenzeitlich riefen wir die Rekurrent:innen mit einer augenzwickernden Kampagne auf, ihre Blockadepolitik zu beenden. Aktuell steht die Baubewilligung in erster Instanz vor Gericht. Mit einem Bau vor 2031 ist nicht zu rechnen.
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