Mieterinnen- und Mieterverband
Leitung der kantonalen Abstimmungskampagne zur Wohnschutz-Initiative
Im Sommer 2026 stimmte der Kanton Zürich über die Wohnschutz-Initiative des Mieterinnen- und Mieterverbands ab, die Leerkündigungen sozialverträglicher gestalten wollte. Fast eine Million Stimmberechtigte waren zur Abstimmung aufgerufen.
Für den Mieterinnen- und Mieterverband konzipierte und leitete ich eine stark datenbasierte Abstimmungskampagne und setzte sie mit den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle um. Die Bevölkerung wurde durch vier Streuversände mit insgesamt 1.5 Mio. Flyer, einer Plakatkampagne in 20 Fokusgemeinden, einer kantonsweiten Veranstaltungsreihe und mit Videos auf Social Media über die Dringlichkeit eines Schutzes vor der Kündigungswelle informiert. Die Beiträge auf Facebook und Instagram erreichten über 1 Mio. User. Eine proaktive Medienarbeit führte zudem zu einer aussergewöhnlich breiten medialen Abdeckung. Mehrere Standaktionen sowie eine Telefon- und SMS-Aktion stärkten die Mobilisierung.
Während die Initiative mit 57 % abgelehnt wurde, erhielt der vom Kantonsrat erarbeitete Gegenvorschlag eine Zustimmung von 54 %. Die Initiativgegner machten sich dabei den politischen Trick zunutze, mit einem wirkungslosen Gegenvorschlag Handlungsbereitschaft vorzutäuschen. Da Wählende dazu tendieren, bei mehreren Optionen die vermeintliche Mitte und damit den Gegenvorschlag zu wählen, geht diese Taktik meist auf. In den letzten 80 Jahren setzten sich nur zwei kantonale Initiativen gegen einen Gegenvorschlag durch (Abschaffung der Billetsteuer 1989, Passivrauch-Initiative 2008).
Die Gegenseite hatte rund 2 Mio. Franken zur Verfügung. Zusammen mit dem vier Mal tieferen Budget des Pro-Lagers gehört die Wohnschutz-Initiative damit zu den teuersten Abstimmungskampagnen, die es im Kanton Zürich je gab.
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